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Leidenſchaft beherrſcht wird. Ich hatte Ebba's Schmerz vor Augen, ich hörte ihre flehende, verzweifelte Stimme und doch ſtieß ich ihr den Dolch ins Herz. Ich ſagte ihr gerade heraus, daß ich Mathilda liebte, daß ich ohne ſie nicht mehr leben könnte, daß ich ſie darum anflehte, mir meine Freiheit wieder zu geben. Ich ſchloß mit den Worten:
„Mathilda muß meine Frau werden, oder jage ich mir eine Kugel durch den Kopf; Du haſt über mein Leben und mein künftiges Glück zu be⸗ ſtimmen.“
Während ich ſo ſprach, hatte ich nicht gewagt, Ebba anzublicken; ich war ja der Henker und ſie das Opfer. Aber bei den letzten Worten fielen meine Augen auf ſie. Ach, ich werde nie den Ausdruck in ihrem von Schmerz verzerrten Geſichte vergeſſen. Ihre Lippen bebten und waren bleich wie Schnee. Endlich arbeitete ſich ein Seufzer voll unendlichen Leidens aus ihrer Bruſt hervor. Sie drückte die Hände gegen ihr Herz und warf ſich mit einer Bewegung der Ver⸗ zweiflung auf die Kniee, indem ſie ſtammelte: „Tödte mich, aber nehme erſt Deine Worte zurück.“
„Und Sie nahmen Sie doch wohl zurück?“ rief Carl und ſprang auf.
„Nein, ich nahm ſie nicht zurück; ich war taub gegen alle anderen Gefühle als gegen meine Liebe zu Mathilda. Ich ließ Ebba vergebens um Barmherzig⸗ keit flehen. Ich war grauſam und unbeweglich. So vergingen drei Tage, während welcher das arme neun⸗ zehnjährige Weib Alles that, um den Mann zu be⸗ wegen, welcher nach einer zweijährigen glücklichen Che
ſie wegen einer zügelloſen Leidenſchaft zur Scheidung
und ſomit Entfernung von allen Freuden des Lebens


