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Der Baron hatte ausdrücklich erklärt, es ſey ſein Wille, daß Ebba gerade wie Mathilda behandelt wer⸗ den ſollte. Wie Marie behandelt wurde, daran dachte er nicht mehr; denn dieſe hatte ſchon als Kind jenes geduldige und verſchloſſene Gemüth, welches bewirkte, daß ſie ohne Murren ſich vergeſſen und zurückgeſetzt ſah und ſich gern für Mathilda aufopferte, als ſie ſah, wie lieb dieſe ſowohl dem Vater, wie der Stief⸗ mutter war. Wenn ihre Umgebung ſie vergaß, zog ſie ſich von ſelbſt zurück, ohne ſich durch ein einziges Wort, oder auch nur durch einen Seufzer ihnen in's Gedächtniß zu rufen.
Von der Zeit an, wo Ebba in's Haus aufgenom⸗ men wurde, begann ein faſt unausgeſetzter Streit zwi⸗ ſchen dem Barcn und ſeiner Frau. Die Letztere ſah nur die Fehler des Kindes, und der Erſtere wollte ſie nicht erwähnen hören.— Die Freiherrin Leonora trauerte und litt; in der Einbildung ſah ſie ſchon das fremde Kind künftig allein im Beſitz derjenigen Zärt⸗ lichteit, welche ausſchließlich Mathilda gehören ſollte. Sie fing bald an, die kleine Vater⸗ und Mutterloſe faſt zu haſſen, welche wild, lebhaft und freundlich an dem Baron hing.
Im Uebermaß ihrer unruhigen Träume, weihte ſie ihre heranwachſende Tochter, welche ſie durch und durch verzärtelt hatte, in ihre Furcht ein, und ſtellte Ebba als eine Feindin von Mathilda's Glück hin. Dieſe, die ſchon von ihrer zarteſten Kindheit her eine beſondere Reigung zu Egoismus und Eitelkeit hatte, welche Fehler von der Mutter durch beſtändige Nach⸗ giebigkeit gegen den Willen des Kindes und durch un⸗ aufhörliche Schmeicheleien genährt wurden, wurde bald von einem ſtets wachſenden Neide gegen Ebba ein⸗ genommen.


