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Mathilde oder Ein gefallsüchtiges Weib : Novelle / von Marie Sophie Schwartz : aus dem Schwedischen von Otto, gen. Reventlow
Entstehung
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Edelmuth, welcher ſtolzen Seelen eigen iſt, erbot ſich der Baron den Verſuch zu machen, die Angelegenhei⸗ ten ſeines Schwagers in Ordnung zu bringen, und ſchlug ihm vor, während dieſer Zeit mit Frau und Kind bei ihm im Hauſe zu wohnen.

Straale, welcher wußte, daß das Vermögen des Barons nicht groß ſei, ſchüttelte traurig den Kopf, und antwortete, daß für ihn nichts übrig bliebe, als fortzugehen; daß er aber Frau und Kind dem Schutze des Barons anvertraue.

Am Abend nach dieſem Geſpräche nahm Straale, nachdem der Baron mit warmer und inniger Freund⸗ ſchaft verſichert hatte, daß er ein Vater für die kleine Ebba werden würde, ſeine kleine vierjährige Tochter in die Arme und überhäufte ſie und ſeine Frau mit allen den zärtlichen Liebkofungen, welche man lieben Weſen zu widmen pflegt, von denen man ſich trennen muß. Er ſagte, daß er früh am andern Morgen auf die Jagd gehen wolle.

Als der Baron am andern Morgen erwachte, em⸗ pfing er nachſtehenden Brief:

Mein Freund!

Wenn Du dieſes liest, habe ich aufgehört zu leben. Du findeſt meinen todten Körper neben der Hütte des Waldhüters. Ich wünſchte, daß meine arme Frau über meinen verzweifelten Schritt in Unkenntniß bleibe, und daß es den Schein habe, als ſei derſelbe ein unglückliches Ereigniß auf der Jagd. Meine Handlung wird vielleicht von Dir als feig und egoiſtiſch angeſehen werden, und Du kannſt darin recht haben, denn es fehlt mir an Muth, mit Kümmerniſſen zu ringen. Ich verlaſſe mich