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ein ganz mäßiges Einkommen hatte, ſo hatten ſie ſehr eingezogen aber glücklich gelebt. Nach einer Ehe von einigen Jahren ſtarb die junge Frau, nach⸗ dem ſie ihrem Gatten eine Tochter, Namens Marie, geſchenkt.— Daß der Baron, ein Mann noch in ſei⸗ nen beſten Jahren und von einem vortheilhaften Aeußern ſich nicht einer ewigen Trauer überließ, darf uns nicht auffallen. Schon im erſten Jahre nach dem Tode ſeiner Frau faßte er eine Neigung zu einem jungen, hübſchen Mädchen, das ebenfalls von adeliger Abtunft war; denn unſer Baron war ein rechtgläu⸗ biger Ariſtokrat, welcher niemals im Stande geweſen ſein würde ſich durch irgend Etwas in der Welt zu einer„Mesaliance“ verleiten zu laſſen. Ein und ein halbes Jahr nach dem Begräbniß ſeiner erſten Frau wurde die zweite Hochzeit des Barons gefeiert. Dieſe brachte ihm ein hübſches Vermögen mit.
Die kleine Marie bekam alſo ſchon im Alter von zwei Jahren eine Stiefmutter und dazu eine ſehr gefährliche Nebenbuhlerin um die Liebe ihres Vaters; welche Lage ein Jahr darauf noch dadurch verſchlim⸗ mert wurde, daß die junge Freiherrin eine Tochter, Namens Mathilda, gebar.
Der Baron hatte zwei Schweſtern, von welchen Eine mit dem Oberſten Eldner und die jüngere mit einem jungen Baron Straale, einem vertrau⸗ ten Freunde des Barons, verheirathet war. Der letz⸗ tere hatte ſchon von Jugend an eine ſchwärmeriſche Anhänglichkeit an ihn gehegt.
Straale liebte den Lurus und die Freuden des
bens und ſeine junge und unerfahrene Frau gab ſich dem Vergnügen hin, zu glänzen und ſich zu amü⸗ ſiren.
Einige Jahre ging Alles gut; ſie hatten eine


