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Mathilde oder Ein gefallsüchtiges Weib : Novelle / von Marie Sophie Schwartz : aus dem Schwedischen von Otto, gen. Reventlow
Entstehung
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Einige Minuten darauf ſaß ſie in ihrem Wagen, ein Raub der heftigſten Gemüthsbewegungen.

Wir führen jetzt den Leſer bei Mathilda in ihrem Hauſe ein. Sie wohnt in einer ſtattlichen Wohnung in einer der vornehmſten Straßen in A. Es iſt der Tag nach dem Ball, den wir eben beſuchten. Die Uhr iſt faſt zwölf Vormittags. In einem hübſchen Salon befindet ſich die junge Frau auf einem Sopha liegend.

Man würde beim erſten Anblick kaum die friſche und lächelnde Ballkönigin wieder erkannt haben, ob⸗ gleich die bildſchönen Züge dieſelben waren; ſo ent⸗ ſtellt waren ſie jetzt durch einen mürriſchen, faſt bos⸗ haften Ausdruck in denſelben.

Du erwarteſt wenigſtens, lieber Leſer, unſere Heldin in einem reizenden Negligee ſehen zu dürfen; aber Du täuſcheſt Dich. Sie liegt in einen zerknitter⸗ ten und übel mitgenommenen Seidenſhawl eingehüllt; das Haar iſt ungekämmt und voll von Papilloten; die Füße ſind in ein Paar Atlasſchuhe geſteckt und ihr ganzes Aeußere trägt das Geprägé einer unbe⸗ haglichen Nachläſſigkeit.

Auf dem Sopha und dem Fußboden liegen Hefte von einem Modejournale, in welchem ſie blättert, herumgeſtreut. Ein junges Mädchen ſteht mit be⸗ trübter Miene vor ihr, während Mathilda ihr mit großer Heftigkeit eine Menge Vorwürfe macht.

Du biſt die ärgſte Schlampe von einem Kammer⸗

mädchen, das man ſich denken kann. Du zogſt

mich geſtern infam ſchlecht an; ja ſo ſchlecht, daß ich ordentlich zum Spectakel wurde. Du mußt aus