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Mathilde oder Ein gefallsüchtiges Weib : Novelle / von Marie Sophie Schwartz : aus dem Schwedischen von Otto, gen. Reventlow
Entstehung
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Iſt es möglich?

Ein junger Baron näherte ſich in demſelben Augenblick der ſchönen Frau und als er gegrüßt, flüſterte der Rittmeiſter:

Benützen Sie Ihr Glück, Herr Baron, meine Couſine hat einen Walzer frei.

Dann drehte er ſich auf dem Abſatz um und im nächſten Augenblick verſchwendete er die ausgeſuchte⸗ ſten Artigkeiten gegen ein junges Fräulein.

Mathilda folgte ihm mit einem langen Blick, aus welchem Etwas gleich einem Blitz von Haß her⸗ vorleuchtete. Sie hörte mit zerſtreuter Miene auf die Complimente des Barons.

Der Rittmeiſter tanzte den ganzen Abend und faſt mit Allen, ausgenommen mit ſeinen Couſinen. Er war hübſch und zog die Aufmerkjamkeit der Da⸗ men auf ſich. Artig und verbindlich gegen alle dieſe Damen brachte er manches kleine Herz dahin, daß es raſcher als gewöhnlich ſchlug. Der Graf Tho⸗ renhjelm dagegen ſah nur Mathilda und lebte von den Sonnenſtrahlen, die aus den Augen der ſchönen Frau ihm zu Theil wurden.

Als der letzte Walzer aufgeſpielt wurde, näherte ſich der Graf Mathilda.

Es war dieſer Walzer, welchen Ihre Güte mir gewährten, äußerte er.

Habe ich dem Grafen dieſen Walzer verſpro⸗ chen? Ach! das hatte ich vergeſſen; Baron G. erhielt auch meine Zuſage.

Aber ich hatte dieſelbe zuerſt!

Das iſt wahr; aber jedenfalls tanze ich ihn nicht und bin es dann überhoben Jemandem Unrecht zu thun. Mathilda ſagte dieß mit einem reizenden