Eines Abends, als das Fieber etwas nachge⸗ laſſen hatte und Gvert ſie verſtehen konnte, ſuchte elena in ihrer milden, liebevollen Weiſe ihn auf die Möglichkeit eines tödtlichen Ausgangs vorzube⸗ reiten. Er hörte ſie ſchweigend an. Als ſie geendet und unter Thränen ſeine Hand gedrückt hatte, mur⸗ melte er:
„Einen Spiegel!“
Helena ſuchte ihn von ſeinem Wunſch abzubrin⸗ gen, aber er rief mit großer Ungeduld:
„Einen Spiegel!“
In dieſem Augenblick trat der Arzt ein, der nicht ſo genau wie Helena wußte welch hohen Werth Ochard auf ſein Ausſehen legte, beßhalb auch einen kleinen Handſpiegel ergriff und ihn Evert vorhielt. Kaum hatte dieſer einen Blick hineingeworfen als er einen Verzweiflungsſchrei ausſtieß. In der Nacht nahm das Fieber zu und am folgenden Tag gab der Arzt keine Hoffnung mehr. Einmal, in einem lichten Augenblick, rief Evert ſeine Frau, und als ſie ſich über ihn beugte, flüſterte er:
Verſprich meinen meinen. Necrolog zu ſchreiben ein ausgezeichneter Mann„ſo will ich... daß Du mich nennſt verſprich.. Helena.. verſprich. ihn ſo zu ſchreiben.
daß Du mir.. Gerechtigkeit widerfahren läſſeſt..
„Ich verſpreche es,“ ſtammelte ſie.
„Zeige.. mein. Geſicht nicht. Nie mand darf es 6 ſehen ve
ſprich„ Alles ſoll nach Deinem Wunſche geſchehen,“ fluſterte ſie unter Thränen.


