kehren wollte ehe er die Treppe hinanſtieg, aber der Gedanke an all die Glückwünſche und Lobpreiſungen, die ihn in Folge ſeiner Erhebung erwarteten, war zu verlockend als daß er den Muth beſeſſen hätte ſich dieſen Genuß zu verſagen.
Ein Paar Stunden nach ſeinem Weggang hörte Helena den Wagen vor der Hausthüre anhalten, und einige Augenblicke darauf trat Evert wankend und todtenblaß in den Salon.
„Ich bin ſo krank geworden, daß ich die Ge⸗ ſellſchaft verlaſſen mußte,“ ſagte er und warf ſich auf einen Sopha, indem er beide Hände an ſeinen Kopf drückte.
Der beſchickte Arzt erklärte daß Ochard ſich eine heftige Erkältung zugezogen habe.
Der vom Glücke verwöhnte Mann mußte jezt das Bett hüten und all die Schmeicheleien und Lob⸗ preiſungen die ſeine Wonne gebildet hatten gegen ein Schmerzenslager vertauſchen, an welches nicht ein einziger von ſeinen vielen Freunden kam, weil der Arzt drei Tage nach ſeinem Erkranken erklärt
hatte daß er die Pocken habe. Bald war ſein ſchö⸗
nes Geſicht ſchrecklich entſtellt. Seine Frau wich keinen Augenblick von ſeiner Seite, ſondern harrte als Tröſterin während dieſer bittern Prüfung bei ihm aus. Plözlich veränderte ſich der Character der Krankheit und ſchien eine lebensgefährliche Wendung anzunehmen.
Bei einem ſeiner Beſuche ſagte der Arzt zu Helena;
„Sie müſſen ſich aufs Schlimmſte vorbereiten;
der Zuſtand Ihres Mannes iſt ſehr bedenklich.“
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