Du Dein früheres Leben wieder aufnähmeſt, das
auch Deinen vollſtändigen pecuniären Ruin mit ſich
führen würde. Deine Eitelkeit darf nicht einer Stunde zu lieb das größere und wichtigere Ziel opfern das Du vor Augen haben mußt, nämlich als ein thätiger, dem Staate nüzlicher Mann in den vorderſten Reihen zu ſtehen.“
Helena ſchlug mit dieſen Worten eine neue Saite in dem Herzen des eitlen Mannes an. Ja, er ſollte in den vorderſten Reihen ſtehen, als ein Mann der vom Staate ſo viele und ſo wichtige Geſchäfte be⸗ kommen hätte, daß jeder Augenblick ſeines koſtbaren Lebens in Anſpruch genommen wäre und er dem Geſellſchaftsleben nur einige ganz kurze Stunden widmen könnte. Sein gegenwärtiger Poſten eignete ſich vortrefflich zu dieſer Rolle als wichtiger Mann. Seine Eitelkeit hatte jezt ihr Gewand gewechſelt, verläugnete ſich aber niemals. Sie hatte ſich jezt in eine Form gekleidet pin ihren Folgen für He⸗ lena nicht weniger drückend wurde, aber wenigſtens für die Zukunft ungefährlich war. Dabei gab es jezt viel was Helena mit den Prahlereien ihres Mannes ausſöhnte, nämlich daß er ſeine Geſchäfte auf eine höchſt verdienſtvolle Art beſorgte und für
ſeinen Umgang kenntnißreiche und gebildete Perſo⸗
nen ſuchte. Dadurch wollte er der Welt ſeine Ueber⸗ legenheit zeigen. Ueberdieß brachte er mehr Zeit zu Hauſe zu, und Helena mit ihrem überlegenen Ver⸗ ſtand, ihrem ſichern Blick und ihrem feinen weib⸗ lichen Urtheil übte oft einen leitenden Einfluß auf ſeine Handlungen aus.
Sie ſelbſt war wieder als Schriftſtellerin aufge⸗
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