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„Nie, nie werde ich mich von Dir trennen. Nein, ich werde Dir folgen wie Dein Schatten, ſtill und treu wie er.“
„Und mein Leben zu einem Fluche für mich machen. Nein; Du würdeſt dann meinem Herzen nicht mehr gefährlich ſein, weil ich Dich als den erbärmlichen Sclaven einer ſelbſtſüchtigen Leiden⸗ ſchaft betrachten würde. Du wäreſt nicht mehr der Ehrenmann den ich hochgeachtet habe, wenn Du eine Frau verfolgen wollteſt die Dich in einem unbewach⸗ ten Augenblick das Gefühl merken ließ worin ſie ein Verbrechen erblickt. Höre jezt was ich Dir zu ſagen habe: In meinem Herzen bin ich von der Treue abgewichen die ich meinem Manns ſchulde. Mach mich nicht noch unglücklicher als ich bereits im Bewußtſein meiner Schuld bin, indem Du in meiner Nähe verweilſt und mich beſtändig daran erinnerſt daß es einen Mann gibt der denken kann; dieſes
Weib iſt eine in ihrem Herzen treuloſe Gattin. Sei
edelmüthig und bringe zwiſchen uns eine Entfernung, groß genug damit ich eine Schwäche bekämpfen und überwinden kann die ich bis zu meinem Tod bewei⸗ nen werde.“
„Und wenn ich nicht Kraft dazu beſize?“ ſagte Uno mit gedämpfter Stimme.„O Helena, verlange alles Andere, aber gönne mir wenigſtens die Selig⸗ keit Dich ſehen zu dürfen.“
„Nein. Dieſes heimliche Bewußtſein auf bei⸗ den Seiten würde einen ſo grauſamen Schimpf gegen den Mann enthalten deſſen Gattin ich bin, daß ich
ſelbſt den Dir fehlenden Muth beſizen und eine un⸗ überſteigliche Scheidewand zwiſchen uns erricht


