Druckschrift 
Eines eitlen Mannes Frau : Erzählung / von M. S. Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. G. Fink
Entstehung
[Giessen] [2025]
Einzelbild herunterladen

305

nigſtens in den Augenblicken zu leben wo ich Dich ſah. Ach, Helena, Helena, wie habe ich nicht gelitten, und was wird mir zum Lohne? Soll denn dieſer ehr⸗ und herzloſe Mann mir die einzige Selig⸗ keit rauben die mir zu Theil werden kann, nämlich gzu wiſſen daß auch Dein Herz einen Funken von der Liebe hegt die meine Qual und meine Wonne ausmacht! Sei einmal wahr, ſprich was Dein Herz verbirgt, dann werde ich ſtille bleiben und nie wird ein Wort von meinen Gefühlen über meine Lippen kommen. Glücklich im Bewußtſein von Dir geliebt zu ſein, werde ich mich damit begnügen in Dei⸗ ner Nähe weilen zu dürfen, weil ich dann weiß daß unſere Herzen von demſelben Gefühl pochen. Wen beleidigen wir denn dadurch? Sprich, Helena, tönnten ſelbſt die Engel uns darob zürnen? Gott würde uns zürnen, ſagte Helena lang⸗ ſam und lehnte ſich gegen die Bank zurück. Sprich nicht von Gott, rief Uno leidenſchaft⸗ lich.Die Liebe, die reine und wahre Liebe kann Seinen Zorn nicht erregen. Warum beſtändig der Wahrheit entfliehen? Ich weiß daß Du mich liebſt;

Muth beſizen es zu geſtehen?

Nun wohl, Uno, ich will dieſen grauſamen Muth beſizen die Wahrheit gegen Dich auszuſprechen. Du willſt es, ich willfahre Dir alſo. Du wünſcheſt daß ich, die verheirathete Frau, Dir eine Liebe geſtehen ſoli die mich, wenn ſie ſich in meiner Bruſt vorfände, entehren würde. Du forderſt mich auf die verbo⸗ tene Frucht zu koſten; trozdem daß Du ſelbſt ſo eben fagteſt, man könne nicht lieben wen man nicht Schwartz, Eines eiteln Mannes Frau.

mein Herz hat es mir geſagt; warum alſo nicht den