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„Ja, gewiß verwechſeln wir oft das Falſche mit dem Wahren. Aber warum thun wir das? Darum weil wir uns von Vorurtheilen feſſeln und beherr⸗
ſchen laſſen. So zum Beiſpiel halten Sie es für
Ihre Pflicht jedes Gefühl abzuweiſen das Ihr Herz wärmen und beleben kann, indem es ſich einem Andern als nur Ihrem Manne zuwendet.“
„Und dieß iſt keine falſche Auffaſſung meiner Pflichten.“
„Aber dennoch falſch in ihrem Grunde, weil die ganze Macht Ihres Willens nicht im Stande ſein wird das Bedürfniß nach Liebe von Ihrem Herzen auszuſchließen.“
„Mein Herz bedarf keines andern Gegenſtandes des Gatten, den ich aus freiem Willen gewählt abe.“
„Man liebt einen Menſchen nicht den man nicht achtet, und Sie können nicht umhin Ihren Mann zu verachten.“
„Uno!“— Helena ſah ihn ſtreng an, während Blick mit leidenſchaftlichem Ausdruck auf ihr weilte.
„Helena, Du mußt die Wahrheit hören. Ich habe weder Kraft noch Luſt ſie länger für mich zu behalten, und warum ſollte ich das thun? Ich liebe Dich warm und ewig; ich habe Dich geliebt ſeit ich Dich zum erſten Mal ſah: Meine Verehrung gegen Dich hat jede Erklärung zurückgehalten, und als eine ſolche einmal über meine Lippen glitt, da ge⸗ nügte Dein Wille um mich von Dir zu entfernen. Meine Liebe war gleichwohl zu ſtark, und ich kehrte zurück um dieſelbe Luft zu athmen wie Du, um we⸗


