Druckschrift 
Eines eitlen Mannes Frau : Erzählung / von M. S. Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. G. Fink
Entstehung
[Giessen] [2025]
Einzelbild herunterladen

302

Verſtand über den Weg aufklärt den er wählen muß, wenn er in Kurzem zurückkehrt und wieder von Schmeich⸗ lern umgeben ſein wird die ſein Urtheil irreführen. Der Brief welchen ſein Vater ſchrieb, verbunden mit der Nachricht von Deiner Krankheit und dem Tode eures Kindes ſcheint auf ihn eingewirkt zu haben, ſo daß er nach ſeiner Krankheit ein eingezogenes und ſparſames Leben führte. Von dem Einftuß den Du Dir bei ſeiner Rückkehr über ihn verſchaffen kannſt, hängt fortan eure Zukunft ab. Laß Dich nicht durch einen unvernünftigen Kummer beſtimmen Deine Pflichten zu vergeſſen.

Helena hatte mit nachdenklicher Miene den Vor⸗ ſtellungen des Grafen gelauſcht. Als er verſtummte, reichte ſie ihm die Hand und ſagte:

Ich werde Deine Worte tief in mein Gedächt⸗ niß einprägen und meine Handlungsweiſe darnach einzurichten ſuchen. Gott gebe daß ich noch einmal hoffen könnte!

Hoffen müſſen und können wir ja immer.

Ja, auf Gott; aber wir dürfen uns nicht auf uns ſelbſt verlaſſen.

Hoffe Du mit voller Zuverſicht auf Gott, ſo wirſt Du auch Muth und Kraft finden die Pflichten zu erfüllen die er Dir auferlegt hat.

Ich werde mir alle Mühe geben.

Gut, dann bin ich zufrieden. Jezt verlaſſe ich Dich, damit Du ungeſtört den Brief Deines Man⸗ nes leſen kannſt.