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die kindliche Seele des Engels ſich auf ihren Schwin⸗ gen erhob und in ihr wahres Heimathland em⸗
porflog.
Vollkommen zermalmt vom Kummer ſchloß die Mutter den kleinen kalten Leichnam an ihr Herz, als wollte ſie ihn mit ihren Küſſen und Liebkoſungen erwärmen und wiederbeleben. Thränen vermoch⸗ ten den grenzenloſeſten aller Schmerzen nicht zu lindern, den Schmerz einer Mutter die ihr Kind verliert.
Ohne ein Wort zu ſagen, erhob ſich Helena, als man ihr erklärte daß ſie ſich von dem lebloſen Kör⸗ per des Kindes trennen müſſe. Sie küßte es noch einmal auf die bleiche Stirne und flüſterte mit ge⸗ falteten Händen:
„Der Herr hats gegeben, der Herr hats genom⸗ men; ſein Wille geſchehe!
Abends ſchrieb Uno folgenden Brief an Evert:
„Mein lieber Ochard! Schon vor einer Woche hätte ich Dir inliegenden Brief von Deinem Vater überſchicken ſollen, wie er mir auf ſeinem Todtenbett aufgetragen hat. Er wurde, während er ihn ſchrieb, vom Schlage gerührt, ſo ſchmerzlich ergriff ihn das Bewußtſein daß ſein Sohn nicht bloß ſein ganzes Leben und ſein Vermögen, die Zukunft ſeiner Frau und ſeines Kindes, ſondern auch, was noch das Aller⸗ ſchlimmſte iſt, ſeine Ehre und ſein Gewiſſen geopfert hat, und zwar bloß um die lumpigen Forderungen
einer erbärmlichen Eitelkeit zu befriedigen. Du haſt


