293
Thränen hindurch, dann drückte er ihm einen Kuß auf die Stirne und ſagte:
„Deine Bitte iſt erhört. Gott ſegne und be⸗ wahre Dich, Kind!“
Darauf wandte er ſich zu Helena und fügte mit unſicherer Stimme hinzu:„Gott belohne Dich, meine Tochter!“
Der Greis ſtellte Elon nieder und ſagte zu Helena:
„Laßt mich jezt eine Weile allein, meine Kinder.“
Helena begriff daß der alte Mann der Einſam⸗ keit bedurfte um ſein aufgeregtes Gemüth zu be⸗ ruhigen. Ohne ein Wort zu ſagen, führte ſie daher ſeine Hand an ihre Lippen, nahm ihren Sohn und verließ das Zimmer.
Als ſie aus dem Cabinet trat, ſuchte ſie ihrem Geſichte ein ruhigeres Ausſehen zu geben, aber ihre Gejühle waren zu heftig erſchüttert worden, als daß ſie den Schmerz der ihre Seele erfüllte ſo ſchnell aus ihren Zügen hätte verwiſchen können. Mit einem vergeblichen Bemühen zu lächeln trat ſie zu Uno vor, der noch immer an demſelben Fenſter im Salon ſtand.
„Verzeihen Sie, beſter Uno, daß ich alle Artig⸗ keit gegen meinen Gaſt vergeſſe,“ ſagte ſie;„aber ich mußte meinem Schwiegervater folgen und mich über meine große Gedankenloſigkeit erklären daß ich eine Bürgſchaftsſchuld vergeſſen und dadurch die Ehre meines Mannes nicht bloß in den Augen die⸗ ſes Juden, ſondern auch bei Gverts Vater ſelbſt bloß⸗ geſtellt habe, und 4 Stille, Helena, wozu dieſe Entſchuldigungen? Glauben Sie denn daß ich den erbärmlichen Cha⸗


