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Sie konnte nicht weinen; ihr Schmerz war zu groß um ſich in Thränen auflöſen zu können. Aber ſie gehörte nicht zu denjenigen die unthätig daſizen und über das Unglück das ſie trifft nachgrübeln. Sie ſuchte immer nach einem Mittel um das Schlim⸗ mere beſſer zu machen. Hatte ein Unglück ſie ge⸗ troffen, ſo bemühte ſie ſich mit wahrhaft chriſt⸗ lichem Sinn es zu tragen. So auch jezt. Nachdem der erſte Schmerz und die erſte Beſtürzung ſich ge⸗ legt hatten, war es ihr einziger Wunſch den Fehler ihres Mannes zu verdecken und dem alten Vater wo möglich den Kummer über ſeinen Sohn erſparen zu können.
Mit dieſem Vorſaz fuhr ſie in die Hauptſtadt, um Alles wieder ins Geleiſe zu bringen.
Tags darauf ſchrieb ſie an ihren Schwieger⸗ vater:
„Mein guter Vater! Mit tiefer Betrübniß finde ich daß ich ein Mißverſtändniß zwiſchen Ihnen und Evert verſchuldet habe. Mein Mann erſuchte mich nämlich bei meiner Abreiſe inliegenden Empfangs⸗ ſchein für die fraglichen Gelder Ihnen zu überſen⸗ den. Wenn dieſes Papier Ihnen nicht ſchon längſt zu Händen gekommen iſt, ſo ſchreiben Sie es mei⸗ ner Saumſeligkeit zu. Seien Sie in Bezug auf
Gvert ruhig, beſter Vater; er wird Ihnen niemals
einen Kummer bereiten.“
Helena hatte jezt ihren Mann vor dem Zorn
und der Verachtung ſeines Vaters gerettet, denn
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