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Eigenheiten. Glaube mir, Helena wird nie die Rück⸗ ſicht für das Ziemliche vergeſſen, aber ſie wird auch nicht begreifen daß ein Morgenritt hier auf dem Lande unpaſſend genannt werden kann.“
„Ich werde wohl jezt wie immer nachgeben müſſen. Sie und mein eigenes Herz ſprechen ſtets zu Gunſten Helenas; aber Sie müſſen ſelbſt geſtehen daß die Menſchen Helenas Liebe leicht für ſehr ge⸗ ring halten könnten, da ſie lieber ganz allein am Morgen ausreitet, als daß ſie es in meiner Geſell⸗ ſchaft thut. Sie müſſen wohl ſelbſt zugeben daß ein ſolcher Schluß nicht ſehr ſchmeichelhaft für mich iſt, während ich...“
„Während Du den Leuten gerne den Glauben beibringen möchteſt daß Deine Braut Dich anbete,“ fiel die Gräfin nicht ohne eine gewiſſe Ironie ein. „Lieber Evert, laß ein für allemal dieſe ewige Un⸗ ruhe über das was die Leute glauben und ſagen, und begnüge Dich mit der Gewißheit die Du be⸗
ſizeſt, daß Helena, während ſie unter ſo manchen. Freiern wählen konnte, die in Bezug auf Rang und
Vermögen über Dir ſtanden, gleichwohl aus Neigung Dich wählte.“
Evert erröthete; die Worte der Gräfin ſchienen ihm zu mißfallen, und da ſeine Eitelkeit dieſe Er⸗ innerung nicht recht ertragen konnte, verſezte er mit eeiniger Bitterkeit: 6„Wenn ich das Glück hatte Helenas Gunſt vor andern würdigeren Bewerbern zu erlangen, ſo glaube ich auch durch meine Liebe bewieſen zu haben daß
ich mich beſſer als Andere in die Eigenheiten ihres
Characters und in ihre Launen fügen kann.“
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