Druckschrift 
Eines eitlen Mannes Frau : Erzählung / von M. S. Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. G. Fink
Entstehung
[Giessen] [2025]
Einzelbild herunterladen

35 3 Bitte erfüllen und mich dadurch glücklich machen könnteſt,“ ſagte Evert, indem er ihre Hand ergriff.

„Willſt Du mich durchaus improviſiren hören?“

„Welche Frage! Ich bat Dich ja ſo herzlich darum.“

„Nun wohl, Evert, ich verſpreche Dir daß ich morgen ſo viel improviſiren werde als Du nur willſt, wenn wir allein ſind.“

„Geliebte Helena, Du mußt es heute Abend thun. Ach, wenn Du wüßteſt wie mein Herz von Stolz und Freude ſchwillt, wenn man ſich um Dich ſammelt um Dir ſeine Huldigungen darzubringen! Wenn Du begreifen könnteſt wie ſelig mich das Lob macht das man an Dich verſchwendet, ſo würdeſt Du mir nicht ſo unbeweglich den Genuß verweigern Dich als einen Gegenſtand der allgemeinen Bewun⸗ derung zu erblicken, mit dem Bewußtſein daß dieſes ausgezeichnete Mädchen meine Braut iſt. Helena, ich beſchwöre Dich! Erweiſe mir die Liebe noch heute Abend die allgemeine Bitte zu erfüllen die man an Dich gerichtet hat. Opfere um meinetwillen die Laune die Dich veranlaßt hat ſie abzuſchlagen.“

Cvert hatte ſich vor Helena auf ein Knie nieder⸗ gelaſſen und bedeckte ihre Hände mit Küſſen.

Helena beugte ſich zu ihm hinab, drückte ihre Lippen an ſeine Stirne und flüſterte:

„Bitte mich nicht, guter Evert, ich kann Deine Bitte nicht erfüllen.“

Evert blieb noch eine Weile liegen und fuhr fort zu bitten; aber als Helena ſich dennoch weigerte, ſtand er auf und ſagte:*

Ha, jezt ſehe ich ein wie wenig Du mich liebſt!