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Eines eitlen Mannes Frau : Erzählung / von M. S. Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. G. Fink
Entstehung
[Giessen] [2025]
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weil man mich für affectirt hält. Was gibt wohl

Anfluge von Stolz ein.„Sie iſt ein ſo überlegenes Mädchen, daß ſie ſich niemals eines Unrechtes ſchul⸗ dig macht.“

„Aber

„Sie wiſſen ja Helenas Gründe nicht; was nüzt es alſo davon zu ſprechen? Ich fand ihr Benehmen ganz richtig, und es hat meine Hochachtung vor ihr nur noch vermehrt.“ Sappho erhob ſich und Uno wandle ſich freundlich gegen den Bezirksrichter mit den Worten:

„Ich verſichere Sie daß die Wahrheit mich nie verlezen kann, und ich bin Fräulein Kahn verpflichtet daß ſie ſich ſo unumwunden ausſprach.“ Darauf be⸗ gann er von gleichgiltigen Sachen zu reden, aber auf dem Geſichte des Bezirksrichters lag eine Wolke des Mißvergnügens.

Als Sappho die beiden Herrn verließ, ſuchte ſie Helena auf. Sie traf ſie im Garten auf einer Moosbank ſizend, den Kopf an einen Baum gelehnt und das Geſicht in Thränen gebadet.

„Helena, ich glaube Du weinſt?“ rief Sappho, als ſie das Mädchen erblickte.

„Ja, ich weine, weine vor Verdruß und Schmerz,

dem Grafen Uno ein Recht mich ſo zu beurtheilen? Er kennt mich nicht, und dennoch wagt er es einen Schatten auf meinen Character zu werſen.“— Helena ſah Sappho mit blizenden Augen an. Zezt war ihr Geſicht nicht ſeelenlos, wie man gewöhnlich von ihm ſagte.