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der andern Seite des Zimmers, aber Helena gegen⸗ über befand, rief: „Was fehlt Dir, Helena? Du biſt ſo bleich.“ Bei dieſen Worten wandten Uno und Sappho
ſich heftig um, und hinter ihnen ſtand Helena. Als
Uno ſie anſah, begegneten ſich die Augen beider. Im Blick der armen Helena lag eine ſo eigenthüm⸗ liche Wehmuth, daß er einen peinlichen Eindruck auf den Grafen machte. Sie wandte ſogleich ihre Augen von ihm ab und richtete ſie auf Arthur.
„Ich bin ganz wohl, beſter Onkel,“ ſagte ſie. Damit nahm ſie das Buch und gedachte den Salon zu verlaſſen, aber Sappho bat ſie zu bleiben und reichte ihr freundlich die Hand.
„Sing uns etwas,“ ſagte ſie.
„Fräulein Kahn ſingt auch?“ fragte Uno.
„Ja, aber heute Abend nicht,“ antwortete Helena, und richtete ihr ſonſt geneigtes Haupt empor.
„Wenn ich Dich bitte, Kind, ſo kannſt Du nicht nein ſagen,“ ſagte Sappho herzlich.
Helena führte mit einer einnehmenden Bewegung die Hand der Gräfin an ihre Lippen und antwortete lächelnd:
„Heute Abend würde ich nein ſagen, ſelbſt wenn Tante Emy mich bäte.“ 5
„Und der Grund, liebe Helena?“
„Wir ſind zu Viele.“
„Dieß iſt keine annehmbare Entſchulbigung, denn Du haſt Dich früher nie geweigert uns zu ſingen, wenn wir hier ſo vertraulich beiſammen waren.“
„Allerdings, aber wir waren damals nicht ſo Viele wie heute Abend,“ ſagte Helena.


