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Eines eitlen Mannes Frau : Erzählung / von M. S. Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. G. Fink
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deckte auch dieſe Fehler nicht. Juſt darum liebe ich die moraliſche Ueberlegenheit mehr und beuge meine Kniee lieber vor der Güte als vor der Genialität.“

„So geſtehe wenigſtens daß Du von dem Genia⸗ len und Schönen hingeriſſen wirſt.“

„Ja, wenn es zugleich mit Tugend und Güte verbunden iſt; ſonſt hat es ganz und gar keinen Werth für mich.“

„Nimm Dich in Acht, Uno,“ ſagte Sappho lachend; „Du ſuchſt jetzt ſelbſt originell zu ſein.“

„Ganz und gar nicht. Ein Beweis dafür iſt daß dieſes Gemälde da mich entzückt und einnimmt,“ ſagte er flüſternd, indem er auf Ebba und Alma deutete, die Ball ſpielten,„während mein Herz gegen Alles was die junge Improviſatorin ſagte kalt und gefühllos blieb.“

„Still,“ ſagte Sappho und ſchaute ſich um; aber als ſie Helena nicht bemerkte, fügte ſie hinzu:

„Weißt Du daß gerade Helena ein Beweis da⸗ für iſt daß Herzensgüte mit Genie verbunden ſein kann, denn ich kenne keine Perſon die ſo gut und gegen ihres Gleichen ſo barmherzig wäre wie ſie.“

„Möglich, aber dieſe Güte iſt eine Folge von Schwärmerei, nicht von einem angebornen Bedürf⸗ niß Gutes zu thun. Schau ihr einmal genau ins Geſicht, ſo wirſt du ſtaunen über die Kälte die dä⸗ rin liegt. Es hat eine paſſive Milde, einen leeren

abweſenden Ausdruck— kurz und gut, es zeigt eine

Seele die von ihren Träumen, nicht von ihren Ge⸗ fühlen beherrſcht wird, eine Seele die mit geiſtigem Hochmuth auf Alles hinabblickt was ſonſt die Jugend erfreut. Das Mädchen iſt ein Genie, das gebe ſch