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Eines eitlen Mannes Frau : Erzählung / von M. S. Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. G. Fink
Entstehung
[Giessen] [2025]
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deres als ein kalter Forſcher, dermaßen in ſeine ge⸗ lehrten Unterſuchungen verſunken, daß das Herz vertrocknet iſt und weder in Liebe noch Mitleid für ſeine Mitmenſchen ſchlagen kann. Das Genie erzeugt Hochmuth, der Hochmuth erzeugt Egoismus, und der Egoismus tödtet alles wahre Gefühl. Weit größere Bewunderung empfinde ich für diejenigen die mit See⸗„ lengüte, mit Feuer und Wärme im Herzen ausgerüſtet ſind, wenn ihnen auch alles Genie fehlt. Der Dich⸗ ter iſt für mich ein glänzendes Meteor und nichts anderes.“ „Mein Freund, Du haſt mich mit Deinen Argu⸗ menten beinahe erſtickt,“ rief Sappho,„und ich brenne vor Ungeduld Dir ſagen zu können daß Du Dich in einem ſchrecklichen Irrthum befindeſt; denn gerade. der Reichthum, das Uebermaß und das Feuer der Gefühle erzeugen den Dichter, die Liebe zur Menſch⸗ heit und zur Aufklärung ruft den Gelehrten hervor, und der Mangel an Egoismus hat zur Folge daß er, um der Mit⸗ und Nachwelt zu nützen, Leben und Geſundheit opfert. Ich gehe ſo weit zu behaupten daß ſowohl bei den Gelehrten als den poetiſchen Genies ihre Fehler und Mißgriffe im Leben gerade von zu viel Herz herkommen. Es gibt kein Genie ohne Gefühl; denn dann hat es aufgehört Genie zu ſein. Was verſtehen wir unter dieſem Worte anders als einen reicher mit Seele begabten Geiſt?“ „Allerdings; aber wir verſtehen darunter nur intellectuelle Ueberlegenheit. Mirabeau war um nichts weniger ein Genie, weil er ein leichtſinniger und ausſchweifender Menſch war; aber ſein Genie über⸗