20 „Jezt übertreibſt Du, Ebba,“ fiel Helena
lchelnd ein.
„So, iſt es Uebertreibung einen Menſchen häß⸗ lich zu nennen der eine kupferne Geſichtsfarbe und blauſchwarze Haare hat, eine Naſe ſo krumm wie ein Schnabel, einen ſchrecklich großen Mund..
„Der aber mit ſchönen Zähnen und einem freund⸗ lichen Lächeln verſehen iſt.“
„Und Augen wie Schießlöcher, mit ein paar Kanonenmündungen darin.“
„Die Augen ſind ſchwarz, klug und ſanft.“
„Ja ſchön! Mir kam er wie ein Neger vor.“
„Ein Neger mit krummer Naſe?“
„Nun— können die Neger nicht auch krumme Naſen haben? Ich möchte doch wiſſen was ſie daran
verhinderte. Aber wir wollen nicht mehr von ſeinem ²
Ausſehen ſprechen; denn verweile ich noch länger
dabei, ſo— Ebba begann zu lachen— ſo ver⸗
lieſeſt Du mir den Tert und ſagſt mein Gott, wie unverſtändig Du biſt, liebe Ebba.“
„Das könnte leicht geſchehen,“ ſagte Helena eben⸗
falls lachend.
„Ja es iſt ziemlich ſicher; man darf ja die Leute 6
nicht nach ihrem Ausſehen beurtheilen,“ fügte Ebba gänz ernſthaft hinzu.„Niemand kann dafür daß er häßlich iſt, und es iſt recht böſe von mir, wenn ich diejenigen auslache die es ſind.“
Laß uns deßhalb nicht mehr von dem Ausſehen
des Grafen reden.“ „Nein, wir können ihn doch nicht ſchöner machen.
— Aber ſehr angenehm iſt es ſchöne Leute anzuſehen. Ach, wie freue ich mich, wenn ich Alma Kerner be⸗


