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tet hatte, verſtummte, und man lauſchte in ſtiller Ueberraſchung. Die Erſcheinung war ſo ſelten, daß die Meiſten es als ausgemacht anſahen, Helena habe ein auswendig gelerntes Gedicht hergeſagt; die Hell⸗ ſehenderen aber bemerkten ganz deutlich daß die Worte aus ihrem eigenen Herzen kamen, denn ſie waren an Emy gerichtet und bezogen ſich auf Hele⸗ nas liebliche Kindheitserinnerungen, ſowie auf die Mutter die ſie verloren hatte.
Als Helena verſtummte, blieb ſie vor Emy ſtehen, den träumenden Blick auf ſie geheftet und ohne daran zu denken daß ſo viele Perſonen ſie umgaben.
„Dank, mein Kind,“ ſagte Emy freundlich, in⸗ dem ſie ſich erhob und einen Kuß auf die Stirne ihrer Pflegetochter drückte. Dieſe Worte der Gräfin brachen das Stillſchweigen, und Helena ſah ſich bald von allen Seiten her umringt und mit Lob über⸗ ſchüttet. Das Geräuſche deſſelben löste den Zauber worin ihre Soele gefangen war. Sie erröthete und beugte ihr Haupt mit einer ſo ſchamhaften Bewe⸗ gung, daß man wohl ſah daß ſie all dieſer Auf⸗ merkſamkeit zu entfliehen wünſchte.
Emy, die Helenas Verlegenheit ſah und voll⸗ kommen die Eigenheiten ihrer Gemüthsart kannte, beeilte ſich die Aufmerkſamkeit von ihr abzulenken, indem ſie einen Spaziergang vorſchlug. Während deſſelben hatte Graf Uno Emy den Arm geboten und fragte:
„Waren die von der jungen Dame geſprochenen Verſe von ihr ſelbſt für die Gelegenheit oder von einer andern Perſon verfaßt?“
„Sie waren gar nicht verfaßt,“ antwortete Em


