richter, und Helena blickte, in einen Emma verſunken,
auf das Meer hinaus. Ihr ganzes Aeußere ver⸗ rieth gänzliche Geiſtesabweſenheit. Sie ſchien ihre ganze Umgebung vergeſſen zu haben und in Träume verſunken zu ſein welche die nächſten Gegenſtände für ſie in die Ferne rückten. „Ich fürchte,“ ſagte Gräfin Emy zu dem Be⸗ zirksrichter,„daß ein längeres Studium von Helenas Character und Eigenheiten, als Dir bei einer ſechs⸗ monatlichen Verlobung möglich war, nothwendig iſt, wenn Du nicht ſowohl ihre als Deine eigene Zu⸗ kunft gefährden willſt. Deßhalb halte ich es für das Klügſte daß ihr eure Hochzeit noch ein Jahr aufſchiebet.“ „Sprechen Sie da in Helenas Namen? Wünſcht ſie dieſen Aufſchub?“ fragte Evert etwas verdrießlich. „Nein, mein Freund. Hätte Helena ihre Ver⸗ bindung aufzuſchieben gewünſcht, ſo hätte ſie es Dir ſelbſt geſagt, ohne auf einem Umweg mich darum zu bitten. Sieh, das iſt ſogleich ein Beweis daß Du Deine Braut nicht kennſt, da Du den hervorſtehend⸗ ſten Zug in ihrem Character, nämlich ihre außer⸗ Aufrichtigkeit, nicht einmal aufgefaßt aſt.“ „Ich glaube in Wahrheit nicht daß Sie Recht haben, Tante; denn mir kommt Helena verſchloſſen vor, ſo daß ich ſie unmöglich durchſchauen kann. „Aber ſag, haſt Du je ein unwahres Wort über dieſe ernſten Lippen kommen gehört? Sind nicht alle ihre Antworten ſo aufrichtig, daß man mitunter in Verlegenheit geräth?“ „Das gebe ich zu, um ſo mehr ols gerade d


