Druckschrift 
Eines eitlen Mannes Frau : Erzählung / von M. S. Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. G. Fink
Entstehung
[Giessen] [2025]
Einzelbild herunterladen

Mädchen ganz und gar nicht zu gefallen, während dagegen Evert ſchon bei ſeinem erſten Eintritt in Graf Rubens Haus, als die Familie vor andert⸗ halb Jahren ſich in Stockholm aufhielt, ihre Theil⸗ nahme erweckt hatte.

Der Vater des Bezirksrichters war mehr als dreißig Jahre lang Hausarzt der Grafen Rubens geweſen, und der Sohn wurde deßhalb mit beſon⸗ derem Wohlwollen von dem Grafen Arthur umfaßt, welcher ihn einlud den Sommer auf Holmvik zuzu⸗ bringen. Der tägliche Umgang that Helenas Neigung zu Evert keinen Abbruch, und als die Fa⸗ milie den folgenden Winter wieder in der Haupt⸗ ſtadt zubrachte, bezweifelte Niemand mehr daß ihre Wahl auf den Bezirksrichter fallen würde. Im März wurde auch die Verlobung gefeiert, ſo daß Helena als Braut nach Holmvik zurückehrte.

Der Bezirksrichter war jezt ein Paar Tage in der Nachbarſchaft herumgereist und kam nach dieſer langen Trennung mit der gräflichen Familie wieder auf dem Schloſſe an.

Gräfin Emy hatte ihre Blicke auf Helena gerich⸗ tet, als die junge Braut ihren Bräutigam begrüßte, und ein Schatten flog über ihre Wangen, als ſie in den ruhigen Zügen ihrer Tochter vergebens nach einem Schimmer von lebhafter Freude ſuchte. Emy wandte ſich ab und ſeufzte.

Ach Helena, flüſterte der Bezirksrichter,es ſieht aus als ob Du die Qual dieſer kurzen und

dennoch langen Trennung nicht ſo herb empfunden

hätteſt wie ich. Und warum glaubſt Du das?