hinaufgefahren. Still! Hörſt Du? Jezt kommen ſie.“ Helenas Wangen glühten als Ebba rief:
„Jo, ſieh, da ſchwenken ſie die Allee herauf, und neben dem Wagen reitet der Bezirksrichter von Ochard.“
Leicht wie ein Vogel hüpfte Ebba weg, um den Ankommenden entgegen zu eilen; aber Helena blieb auf dem Balcon ſtehen, den Blick auf den heran⸗ nahenden Wagen gerichtet, an deſſen linker Seite ein junger Mann ritt. Die Roſen auf den Wangen kamen und gingen.
Aber ehe wir weiter gehen, dürften wir mit eini⸗ gen Worten das Aeußere unſerer Hauptheldin zu ſchildern haben. Helena war groß und von elaſti⸗ ſchem, aber dennoch üppigem Körperbau. Man fand vielleicht die Taille zu ſchmal für die volle Büſte, und die Rundung der Schultern ſtach ſtark gegen die beinahe demüthige, ſchwanenartige Haltung ab. Man hätte bei dieſer hochgewölbten Bruſt einen Hals erwartet der mit majeſtätiſcher Sicherheit den Siz der Seele getragen hätte. Jezt glich das junge Mädchen einem ſchlanken und geraden Baume deſſen reiche Krone durch die Schwere ſeines Laubwerks
gebeugt wird. Wenn man Helenas Kopf anſah, meinte man, der Hals könne unmöglich die ganze Schwere dieſer hohen, breiten, gewölbten und träu⸗ meriſchen Stirne tragen, die ſo gedankenſchwanger über großen, tiefblauen Augen ruhte, welche mit ihrem klaren Himmel däs ganze Geſicht übergoßen.
ie fein und etwas gebogen; der Mund ernſt geſchloſſen, aber wenn er ſich nanchme z einem Lächeln öffnete, kamen zwei


