Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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ſeine Jugend und ſeine Lebhaftigkeit einen wärmern Charakter annahm, aber gleichwohl niemals in wirk⸗ liche Liebe überging, weil ich durch die Mittheilung, daß ich ſchon verheirathet wäre, dieſelbe in eine treue Freundſchaft verwandelte. Als ich ihm ent⸗ deckte, daß mein Gatte noch am Leben wäre, warf Jacobo ein:

Der Oheim hat mir geſagt, Du wäreſt Wittwe.

So glaubt er, war meine Antwort.

Du haſt ihn alſo mit Unwahrheit berichtet? erwiederte Jacobo, und in ſeinem Blick lag etwas entſchieden Mißbilligendes.

Jacobo! rief ich,eher würde ich mich tödten laſſen, als daß ich Jemand die traurige Geſchichte

meines Lebens erzählte. Was iſt Wahrheit für den,

welcher an Nichts glaubt?

Jacobo ſchwieg; aber von dieſem Tage an wurde er der Arzt meiner Seele. Er war es, der mich zu vergeſſen und verzeihen, Böſes mit Gutem

zu vergelten und nicht blos dem Namen nach, ſon⸗

n in allen meinen Hondlungen ein Chriſt zu ſein

ehrte.

So verfloß ein Jahr. Da unternahm mein Oheim mit mir eine Reiſe nach Europa. Jacobo und ich wurden getrennt. In der Zwiſchenzeit be⸗ gann er ſein Herz an ſeine junge Couſine zu hängen.

Als mein Oheim und ich nach Amerika zurück⸗ kehrten, geſchah es nur, um uns auf ewig zu tren⸗ nen. Einen Monat ſpäter ſtarb er und hinterließ mich als alleinige Erbin eines unermeßlichen Ver⸗ mögens. Ich wollte mit Jacobo theilen, aber es

war vergeblich. Das Einzige, wozu ich ihn über⸗