Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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welchen ſeine ſtrenge Gewiſſenhaftigkeit ihm unter⸗ ſagte, wäre er lieber geſtorben.

Dieß iſt die Urſache, daß Jacobo nicht das glänzende Glück gemacht hat, welches ſich mit Grund von ſeinen herrlichen Gaben erwarten ließ. Jetzt hatte er blos nach einer anſpruchloſen Unabhängig⸗ keit geſtrebt, und dieſe erlangte er durch ſeine Ar⸗ beit, ſeinen Fleiß und ſeinen redlichen Charakter. Obſchon an Jahren noch ein Jüngling, hatte er doch Niemand als ſich ſelbſt zu verdanken, was er war und was er konnte.

Mein Oheim hatte ſeine Plantagen verkauft und wohnte jetzt in Boſton. Der alte Mann faßte für mich die wärmſte Zuneigung, und ich wurde ſein Augapfel. Aber leider war mein Herz ſo wenig für Wohlwollen und Liebe empfänglich, daß ich ſeine Zärtlichkeit nicht ſo vergalt, wie ich ſollte.

Jacobo wohnte in meines Oheims Hauſe, be⸗ zahlte aber für ſich. Der alte Mann hatte einmal geſagt, daß er Nichts für Jacobo thun wollte, weil dieſer ſich geweigert hatte, ſein Plantagenaufſeher zu werden, und der wirklich edelſtolze Jacobo ließ ſich unter keiner Bedingung beſtimmen, von dem Verwandten ſeiner Mutter Etwas anzunehmen. Von dem Anerbieten, in unſerem Hauſe ſeine Wohnung aufzuſchlagen, hatte er nur unter dem Vorbehalt, daß er dafür bezahlen dürfte, Gebrauch gemacht.

Die nähere Bekanntſchaft mit Jacobo wirkte wohlthuend auf mein verbittertes und von Kummer niedergedrücktes Gemüth. Bei ihm dagegen erweckte das tägliche Beiſammenſein und der vertrauliche Umgang zwiſchen uns eine Zuneigung, die durch

Schwartz, Der Mann von Geburt ꝛc. U. 0