„Was hat ſie im Sinne?“ murmelte Jacobo und trat an das Fenſter. Er ſah, wie Stephana, begleitet von dem alten Eklund, ihren Weg nach dem Flügel des Grafen nahm, wohin wir ihr folgen wollen.
Am Fenſter in dem kleinen Kabinet, welches dem Grafen zum Arbeitszimmer diente, ſtand er ſelbſt und ſchaute mit nachdenklicher Miene hinaus in den weiten Raum, wo fernab das blaue Meer ſich zeigte.
„Madame Stephenſen wünſcht mit dem gnädigen Herrn Grafen zu ſprechen,“ ließ ſich Eklunds Stimme von der Thüre herein vernehmen.
Hermann drehte ſich haſtig um und Stephana ſtand vor ihm.
In ihrem ſchneeweißen Anzug und dem leicht darüber geworfenen ſchwarzen Shawl glich ſie einem Geiſte, ſo blaß und ſo wunderbar ſchön war ſie.
„Madame, Sie hier! Was iſt geſchehen?“ rief der Graf und eilte ihr entgegen.
Stephana faßte ſeine Hand und ſchloß ſie in die ihrigen mit den Worten:
„Graf Hermann, ſagen Sie mir in dieſem Au⸗ genblick, daß meine Anhänglichkeit an Sie Ihnen von wirklichem Werthe iſt.“
„Wird das von meiner Seite noch nöthig ſein? Nein, Sie wiſſen, daß dieſelbe für mich höhern Werth hat, als Alles, was das Leben bieten kann. Ich würde ſie mit jedem möglichen Opfer erkaufen.“
„Dann wird ſie Ihnen ein Troſt im Mißgeſchick ſein?“
„Gibt es ein Mißgeſchick, wenn ich im Beſitz von ihr bin?“


