Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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lockenden Irrthum mit dem Verluſt unſerer Ruhe für das ganze Leben bezahlen und noch im Sommer deſſelben der Hoffnung und des Glaubens beraubt daſtehen, ohne Ziel für unſer Streben, ohne Glück für unſere Zunkunft.

Jacobo hatte mit ſo tiefem Ernſt geſprochen, daß es Helfrid vorkam, als ob ihr das Herz erbebte.

Und Sie ſelbſt haben einen ſolchen Traum ſo theuer bezahlen müſſen und ſtehen nunmehr ohne Ziel für Ihr Streben, ohne Glück für die Zukunft da?

Ich hätte ihn ſo bezahlen müſſen, wenn meiner Seele nicht ſo viel Energie geblieben wäre, um in einer nützlichen Thätigkeit einen wenn auch geringen Erſatz für das Glück zu ſuchen, welches ich dadurch verſcherzt hatte, daß ich einen ſchönen Traum an einen Gegenſtand, welcher ihm nicht entſprach, ver⸗ ſchwendete.

Es entſtand eine Pauſe. Beide gingen nach⸗ denklich weiter. Endlich ſprach Jacobo wieder in ſeinem gewöhnlichen Ton:

Nicht wahr, Fräulein Helfrid, jetzt, nachdem ich mich ſelbſt zu Ihrem Vertrauten gemacht habe, wer⸗ den Sie mir auch die Güte erzeigen und mich als ſolchen belaſſen?

Sie vergeſſen, Herr Lange, antwortete Helfrid mit etwas unſicherer Stimme,die Entdeckung, die Sie gemacht haben.

Ich werde vergeſſen, da Sie es ſo wün⸗ ſchen; aber ich weiß es doch, bedenken Sie wohl, obgleich ich niemals von dem, was ich weiß, Ge⸗ brauch machen werde.