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Gefühl erweckt zu werden. Es iſt eine Schwachheit, wenn man ohne Widerſtand ſich den Eindrücken überläßt, welche Einen gleichſam fortreißen, ohne daß man dagegen ankämpft, und obwohl man weiß, daß Pflicht und Gewiſſen ſich dagegen auflehnen ſollten. Es iſt nicht mein Gefühl für Sie, welches mich demüthigt, ſondern die Ueberzeugung von meiner Schwachheit, mich demſelben überlaſſen zu haben, während Nichts mir hiezu Veranlaſſung gab.“
„Nichts?“
„Habe ich nicht Recht? Hat wohl Etwas von Ihrer Seite bei mir Anderes als Freundſchaft und Achtung erwecken können, und ſchließt es nicht eine wirkliche, unverzeihliche Schwachheit in ſich, zum Sclaven von Eindrücken ſich zu machen, welche man ſelbſt ohne alle Veranlaſſung hervorgerufen und ge⸗ nährt hat? Ach! mein Herr, es wird Ihnen nie⸗ mals gelingen, mich zu überzeugen, daß ich nicht ein armes, ſchwaches Geſchöpf bin, und das Bewußt⸗ ſein, daß Sie mich ſo finden müſſen, iſt es, was mich demüthigt.“
„Laſſen Sie uns ganz ruhig die Auffaſſung Ih⸗ rer Gefühle einen Augenblick prüfen, und auch Sie werden ſich anzuerkennen genöthigt ſehen, daß Sie Ihr eigenes Innere unrichtig beurtheilen.— Worauf ſoll alle wirkliche Liebe ſich gründen? Auf Achtung und auf die Vorſtellung erhabener Eigenſchaften, die wir uns von der Perſon machen, welche das Ver⸗ mögen beſitzt, durch die eine oder andere jener Ei⸗ genſchaften uns zu intereſſiren, und ohne daß w dabei in Berechnung ziehen, ob dieſe zu uns dur daſſelbe Intereſſe oder dieſelben Illuſionen hingez


