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mich nicht ſtelle, als hätte ich keine Kunde davon. Aber ich nehme niemals zur Verſtellung meine Zu⸗ flucht, und ich glaube nicht, daß Lügen etwas Gutes mit ſich bringt, während die Wahrheit dagegen immerdar hiezu führt.— Wenn ich ſage: ich weiß, daß Sie mich lieben, ſo geſchieht es nicht, um mir einen Triumph zu bereiten, welcher Thränen der Demüthigung Ihren Augen entlockt, ſondern deß⸗ halb, weil ich mich gerührt und dankbar fühle und wünſchte, daß jene Empfindung dazu beitragen möchte, aus Ihrer edeln Seele alle die Vorurtheile zu ver⸗ tilgen, welche einen Schatten darauf werfen.— Ich weiß, mein Fräulein, daß die Liebe das Vermögen beſitzt, zu veredeln, insbeſondere ein Herz wie das Ihrige, welches nur für das Schöne und Gute ſchlägt. Sie leiden durch das, was ich ſage. Es beſchleicht Sie ein Gefühl von Scham, daß ich von Ihrer Liebe nicht blos weiß, ſondern auch davon rede; aber auch hierin werden Sie von einem falſchen Stolz be⸗ herrſcht, denn ein reines und erhabenes Gefühl kann niemals erniedrigen. Es liegt eine ſehr un⸗ richtige Auffaſſung unſeres menſchlichen Werthes darin, wenn wir uns einem ſolchen Glauben hin⸗ geben. Seien Sie überzeugt, daß meine Achtung für Sie unverändert iſt. Sie iſt größer, aber nicht geringer.“
„Schwachheit kann wohl niemals Achtung ein⸗ flößen,“ flüſterte Helfrid.
„Nennen Sie die Liebe eine Schwachheit?“
„Ja,“ ſagte Helfrid mit feſter Stimme und er⸗ hob den geſenkten Kopf.„Es iſt eine Schwachheit,
wenn ſie entſteht, ohne von einem ſympathetiſchen


