Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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aber ehe er ſie wieder herausziehen konnte, bemerkte Helfrid erröthend:

Ah! Sie reden von meinem Notizbuch; ich ließ es im Salon geſtern Abend ſuchen, aber man fand es nicht mehr.

Weil ich es ſchon gefunden hatte, ſagte Ja⸗ cobo, indem er Helfrid das Buch reichte.

Sie gingen ſchweigend eine Weile neben einan⸗ der her. Plötzlich wandte ſich Helfrid zu Jacobo um und fragte:

Haben Sie es geöffnet?

Ja, mein Fräulein, und die Neugier verleitete mich, Ihre Notizen zu leſen. Sie ſehen mißvergnügt aus und denken mit Recht, daß es nicht ſehr zart⸗ fühlend von mir gehandelt ſei, und ich gebe dieß zu; aber dießmal handelte ich unrecht mit Vorſatz.

Und warum?

Darum, weil es Ihr Notizbuch war, und weil ich gewiſſermaßen ein Recht über Sie zu haben glaubte.

Ueber mich? wiederholte Helfrid und ſchlug die großen tiefblauen Augen nieder.. 5

Ja, ich war mir bewußt, einen großen Einfluß auf Sie zu beſitzen; und daß ich mich nicht irrte, fand ich durch den Inhalt Ihres Notizbuches be⸗ ſtätigt.

Helfrid ſchwieg, aber ſie fühlte, daß der verwun⸗ dete Stolz ihr Thränen auspreßte. Fräulein Helfrid, nahm Jacobo wieder das Wort, mit einer vor Bewegung zitternden Stimme; es ſchmerzt und verletzt Sie, daß ich Ihr Geheim⸗ niß kenne; Sie finden es unrecht von mir, daß ich