ſehr charakteriſtiſchen Zügen die Fehler und Tugen⸗ den ihrer Landsleute zeichnete.
Plötzlich hafteten ſeine Augen auf einer der be⸗
ſchriebenen Seiten. Er las leiſe, ohne daß Stephana
darauf Acht gab, folgende, unter einer angehefteten und gepreßten Anemone befindlichen Worte:
„Kleine Blume! Du biſt unter dem Schnee des Frühjahrs aufgeblüht; meine Liebe zu ihm iſt gleich⸗ falls unter der dichten Hülle der Vorurtheile aufge⸗ wachſen.— Beide ſeid ihr Gaben von ihm; er gewährte mir die Fähigkeit zu lieben, ohne daß er es ahnte; er ſchenkte mir dich als einen Frühlings⸗ gruß, und ihr ſolltet beide welken und ſterben.— Der Frühling meiner Freude iſt gleich kurz geweſen, wie dein Leben, kleine Blume.“
Langſam machte Jacobo das Notizbuch wieder zu und ſteckte es dann in ſeine Bruſttaſche. Dann blieb er ſchweigend ſitzen und ſtarrte vor ſich hin. Endlich richtete er an Stephana die Frage:
„Iſt es wahr, daß Baron Skjöld ſeine Gedanken Helfrid zugewendet hat?“
„So behauptet man, und er ſieht auch wirklich ganz verzückt aus, wenn ſie beiſammen ſind; das haſt Du doch wohl ſelbſt bemerkt.“
„Nein, auf meine Ehre. Ich gebe auf derglei⸗ chen Kleinigkeiten ſo wenig Acht.— Glaubſt Du, Helfrid nehme ihn, wenn er um ſie anhält?
„Ja, das glaube ich.“
„Seine Neigung wird alſo erwiedert?“
„Durchaus nicht. Helfrid kann ihn kaum leiden; aber er iſt reich und hat einen Namen, welcher der ſtolzen Mutter anſteht. Alles dieß wird auf Helfrid


