Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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ökonomiſchen Ueberfluß erwerben; aber um ſich in den Adel zu erheben, dazu iſt mehr erforderlich. Oder weniger, antwortete Stephana lächelnd. Vielleicht macht es der Frau Gräfin Unterhal⸗ tung, ein bischen Muſik zu hören, ſetzte ſie mit der ihr eigenen verbindlichen Artigkeit hinzu.

Rein, ich danke, Madame; ich fühle mich dieſen Abend etwas ſchwach und beabſichtige, mich auf mein Zimmer zurückzuziehen.

Die Gräfin erhob ſich, und Helfrid eilte herbei, um ihr behülflich zu ſein. Auch Stephana erbot ſich hiezu, aber die Gräfin nahm Helfrids Arm, nickte Hermann zu und bat Stephana mit ihrer her⸗ ablaſſendſten Vornehmheit, ſich nicht zu bemühen. Dießmal veränderte ſie die Farbe, und es lag etwas Edles in der Geberde, womit ſie ſich von der Gräfin verabſchiedete.

Als die gräfliche Familie das Zimmer verlaſſen hatte, ſahen Stephana und Jacobo einander eine Weile ſchweigend an. Endlich ſagte er

Welcher Mangel an allem Zartgefühl bei dieſer Ariſtokratin! Welcher rohe Uebermuth!

Zartgefühl bei einem Hochmüthigen! Ach, Ja⸗ cobo, Du weißt nicht, bis zu welchem Grad von Grauſamkeit dieſe Frau in ihrem Hochmuth gegangen iſt. Aber ich will die Worte der Schrift auf ſie an⸗ wenden, welche der Erlöſer ſeinen Widerſachern zu⸗ rief: Thut wohl denen, die euch verfolgen.

Gut gedacht, Stephana; es liegt ein ſtolzes Bewußtſein darin, niemals vergeſſen zu haben, daß man ein Chriſt iſt.

Ich glaubte wirklich, ſie würde zum Nindeßen