17
bloß Lob, ſondern auch Achtung. Man erlangt da⸗ durch einen Werth, welcher bis zu einem gewiſſen Grade für das Erſatz leiſtet, was von Geburt aus einem mangelt,“ erwiederte die Gräfin mit ſo vor⸗ nehmem und abgemeſſenem Ton, daß Helfrid er⸗ ſchrocken auf Stephana ſah und Hermann die Lip⸗ pen zuſammenpreßte, um die Worte, welche ihm auf der Zunge ſchwebten, zurückzuhalten.
Auch das nicht ſonderlich Zarte in dieſer Aeuße⸗ rung der feinerzogenen Gräfin nahm Stephana hin, ohne daß es ſcheinbar eine Wirkung auf ſie machte. Sie entgegnete lächelnd:
„Ich für meinen Theil habe niemals Etwas be⸗ durft, das mich mit meiner Geburt verſöhnte; ich fühle mich im Gegentheil glücklich, die Tochter eines geringen und urſprünglich armen Seemanns zu ſein, welcher durch ſeinen Fleiß, ſeine Tüchtigkeit und Rechtſchaffenheit Millionär geworden iſt.— Es liegt etwas unbeſchreiblich Stolzes in dem Bewußtſein, von einem ſolchen Mann abzuſtammen, der ſich ſelbſt ſeinen Werth, ſeine Unabhängigkeit und die Achtung, welche man ihm ſchenkt und welche ein gerechter Tribut der Huldigung vor erworbenem und nicht er⸗ erbtem Verdienſt iſt, geſchaffen hat.“
Die Gräfin wechſelte die Farbe; Jacobo's Au⸗ gen ſagten Stephana, daß er ihre Worte billigte.
„O ja,“ ſprach die Gräfin mit unnachahmlicher wichgültigkeit,„es iſt natürlich, Madame, daß Sie
ieden mit dem ſind, was Sie haben, und das
herabſetzen, was Sie niemals beſitzen können. Mit
ein paar geſunden Armen kann man ſich Geld und Schwartz, Der Mann von Geburt ꝛc. II.


