Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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Die Gräfin runzelte die Stirne, und ein Gepräge hochfahrenden Stolzes verjagte den eben noch ſo freundlichen Ausdruck. Sie rückte mit dem Kopf höher auf den Kiſſen hinauf, als ob ſie ſich damit weiter von Stephana zurückziehen wollte.

Hermann gewahrte dieſe Bewegung, und eine Röthe des Zorns, beinahe der Schaam über die Mutter ſpiegelte ſich in ſeinem Angeſicht. Man konnte die unruhige Beſorgniß darin leſen, Stephana könnte ſich verletzt fühlen; aber ſie ſchien gar nicht darauf geachtet zu haben, obſchon das Benehmen der Gräfin ihr keineswegs entging.

Das Einzige, woran Hermann bemerkte, daß ſie davon Kunde genommen, war das mitleidige Lä⸗ cheln, welches ihre Lippen kräuſelte, und der Blick unbeſchreiblichen Bedauerns, welchen ſie mit Jacobo, der dieſer Scene gleichfalls mit Aufmerkſamkeit ge⸗ folgt war, wechſelte.

Stephana fuhr ruhig fort:

Wir Kinder der amerikaniſchen Repuhlit wiſſen von keinem Adel, als den wir uns ſelbſt durch Rechtſchaffenheit, Arbeitſamkeit und Entwicklung aller der Eigenſchaften erwerben, welche die Seele ver⸗

edeln. Ich habe durch Bildung, Kenntniſſe und un⸗

aufhörliches Beſtreben die Tugenden, welche dem Menſchen zur Zierde gereichen, mir anzueignen und mich würdig zu machen geſucht, ein Chriſt in de Wortes ſchöner Bedeutung zu ſein. Dieß iſt d. einzige Adel, den ich als vor Gott gültig anſehe Das iſt ein ganz ſchönes Beſtreben und noth⸗ wendig für den, welcher ſich über eine niedrige Her⸗ kunft erheben will. Dieſe Bemühung verdient nicht