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als einzige Belohnung wünſchen, daß Sie mich ein⸗ mal Ihre Tochter nennen würden.“
Die Gräfin lächelte auf das ſchöne Angeſicht herab, welches ſeinen größten Reiz von der Seele entlehnte, die daraus hervorleuchtete, beugte ſich zu ihr nieder und drückte einen Kuß auf Stephana's Stirne mit den Worten:
„Ich danke Ihnen, meine Tochter.“
Stephana ſprang beinahe auf, und es leuchtete wunderbar in ihren Augen, als ſie denen von Her⸗ mann begegneten. Sie athmete tief auf und ſagte mit einem eigenen Accent:
„Sie haben, Frau Gräfin, mich einmal Ihre Tochter genannt, und ich will hinfort es auch ſein.“
Darauf ſetzte ſie ſich ganz ruhig mit ihrer Ar⸗ beit an die Seite der Gräfin und begann von gleich⸗ gültigen Dingen zu reden. Man kam auf die fran⸗ zöſiſche Revolution und auf den franzöſiſchen Adel, welcher damals in Maſſe auswanderte, zu ſprechen. oft gedacht, daß Sie, Madame,“ be⸗ merkte die Gräfin,„die Tochter eines franzöſiſchen Emigranten ſeien und von irgend einer adeligen Fa⸗ milie herſtammen. Habe ich nicht Recht gehabt?“
Hermann, welcher in einer Zeitung las, ſchaute auf und betrachtete Stephana, welche wiederum jene edle Würde in ihrem Aeußern, die ſie gewöhnlich auszeichnete, angenommen hatte. Sie antwortete lächelnd:.
„Nein, Frau Gräfin, ich habe keinen Tropfen adeliges Blut in meinen Adern; mein Vater war urſpünglich Seemann, und meine Mutter eine arme Seemannstochter.“


