Jacobo trat ein, und der Graf wiederholte in Gedanken:
„Mit mehr Vertrauen und Freundſchaft— ja, und meine Kraft wird dadurch auf eine unerträgliche Probe geſetzt werden. Aber auch ich will ihr be⸗ weiſen, daß in der Bruſt eines Edelmanns ein Herz ſchlagen kann, welches ſich nur von ſeinen beſſern Gefühlen beherrſchen läßt.“
Eine Weile hernach kam die Gräfin, auf Hel⸗ frids Arm gelehnt, in den Salon.
Stephana eilte ihr ſogleich entgegen, um ihr behülflich zu ſein und die wankenden Schritte zu unterſtützen, und die Gräfin lächelte der jungen, ein⸗ nehmenden Frau ſanft entgegen, welche ſich immer ſo zartfühlend und aufmerkſam gegen ſie bezeigte und bei jeder Veranlaſſung durch ihre Achtung und Er⸗ gebenheit der ſtolzen Dame den Dornenpfad zum Grabe mit Blumen zu beſtreuen ſuchte.
„Madame, Sie beweiſen mir ſo piel zärtliche Fürſorge und thun ſo viel, mir das L ange⸗ nehm zu machen, daß Sie nicht mehr khun könnten, ſelbſt wenn Sie meine Tochter wären 6 die Gräfin, während Stephana die Kiſſen Pompa⸗ dour zurechtlegte, worauf die Gräfin Platz nahm.
Stephana ſtützte in dieſem Augenblick ein Knie auf einen Schemel und befand ſich ſomit in halb⸗ knieender Stellung vor der Gräfin. Bei dieſen Wor⸗ ten derſelben erhob Stephana ihr Angeſicht zu ihr und ſagte mit ſichtbar bebenden Lippen:
„Wenn ich die Fähigkeit beſäße, Ihnen nur einen Augenblick Ihres Lebens zu erheitern, ſo möchte ich


