Teil eines Werkes 
2. Band (1864)
Entstehung
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mich, um mir ganz aufrichtig zu ſagen, wodurch Ihre gegenwärtige Gemüthsſtimmung hervorgerufen wurde, ſonſt muß ich fürchten, einen Irrthum be⸗ gangen zu haben, indem ich mir einbildete, Sie haben ein wenig Anhänglichkeit an mich.

Stephana hatte dabei in ihrem Angeſichte jenen ihr eigenthümlichen milden und kindlich guten Aus⸗ druck, welcher ſie ſo wahrhaft unwiderſtehlich machte.

Sie reichte ihm mit einer einnehmenden Geberde ihre bildſchöne Hand.

Hermann faßte dieſelbe mit beinahe leidenſchaft⸗ licher Wärme und ſchloß ſie in die ſeinigen, indem er beinahe gerührt bemerkte:

Nein, Sie haben ſich nicht geirrt, als Sie an meine Anhänglichkeit glaubten.

Nun wohl, ſo ſprechen Sie aufrichtig mit mir und ſagen Sie, womit ich Sie verletzt habe. Liegt Etwas in meiner Art und Weiſe gegen Ihre Mutter und ſter, was nicht ſo iſt, wie Sie es wün⸗

Ach! wie können Sie auf einen ſolchen Gedan⸗ ken gerathen? Im Gegentheil ſcheint jeder Tag meine Schuld gegen Sie für das ausnehmende Zart⸗ gefühl zu vergrößern, womit Sie die arme Sterbende mit ihrem Schickſal zu verſöhnen und ihrem Stolz in Vergeſſenheit zu bringen ſuchen, daß ſie hier nur Ihr Gaſt iſt. Ich ſehe Sie niemals bei derſelben, ohne Ihnen meine Bewunderung zu zollen.

Der Graf drückte Stephana's Hand an ſeine Lippen.

Sie entzog ſie ihm ſachte und äußerte dann,

vielleicht mit weniger Sicherheit als ge wöhnlich: