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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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dem Grafen durch unſere Kinder rächen, und das gelang leider zu gut. Sie nährte in Laura's Bruſt eine faſt wahnſinnige Eiferſucht, welche die Arme der⸗ geſtalt quälte, daß ſie drei und ein halbes Jahr dar⸗ rauf ſtarb. Ein halbes Jahr vor ihrem Tode unter⸗ nahm ich eine Reiſe nach Schweden, dazu von meiner Sehnſucht veranlaßt, die verſchwundene Tochter Leona's wieder zu finden; aber dießmal brachte ich Laura mit mir, weil ihr Seelenleiden und ihre ſchwache Ge⸗ ſundheit es mir nicht erlaubten, daß ich mich von ihr trennte. Sie war mir durch ihren Kummer wie⸗ der lieb geworden. Wir reisten ab, ließen aber Cor⸗ dula zurück. Im Laufe des Herbſtes trafen wir in Stockholm ein. Ich machte einen Beſuch bei Kapitän Ahlrot, traf ihn aber nicht zu Hauſe, ſondern ließ meine Karte und meine Adreſſe zurück. Am folgenden Tage beſuchte er mich. Obgleich während meines Geſprächs mit dem Kapitän ich die Thüre zwiſchen meinem und Laura's Zimmer verſchloß, ſo fing ſie doch genug davon auf, weil daſſelbe deutſch geführt wurde, um daraus ſchließen zu können, daß Sie die Tochter derſelben Amalia ſeien, welche in München als Giftmiſcherin verurtheilt worden war. Auch hörte ſie, daß Ihre Verlobung ein paar Tage darauf gefeiert werden ſollte. Wir logirten in der Königsſtraße, und die Wirthin des Hotels ſprach ge⸗ läufig Franzöſiſch. An demſelben Tage, an welchem die Verlobung ſtattfand, ging ich für einige Augen⸗ blice aus, und Laura blieb allein zu Hauſe. Als ich zurücktam, war ſie mit der Hotelwirthin ausge⸗ gangen. Ich fragte die Aufwärterin, wohin ſie ge⸗