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und vergötterte Thora; ohne eine Ahnung davon zu haben, daß ſie nahe Verwandte ſeien; denn als der Graf Sie, gnädige Frau, der Pflege der Majorin übergab, hielt man Sie allgemein für die Tochter der unverheiratheten Schweſter, welche ſie in ihrem Hauſe bei ſich hatte, und welche kurz darauf ſtarb.
Der Name Behrend rief gleich bei Axel's Ein⸗ tritt in Ihre Familie alle Cordula's finſtere Charak⸗ terzüge wach. Behrend war der Name des Bruders von demjenigen Weibe, welche in den Briefen des Grafen als die Urheberin von allen ihren größten Leiden galt. Cordula's Haß nahm jetzt den Charakter einer heftigen Leidenſchaft an. Als ſie Verdacht ſchöpfte, daß Arel die Abſicht hatte, Sie mit ſich zu nehmen, benutzte ſie dieſen Plan als ein Mittel, um ihren heimlichen Wunſch zu befriedigen, nach München zu kommen, und Licht in der dunklen Geſchichte zu erhalten, in welche das Leben ihrer Mutter gehüllt war— und ſich dann zu rächen. Dieſes, gnädige Frau, waren die Motive; die Wirkungen wurden ſolche, wie die ſind, zu welchen eine lange und brennende Rachgier ſie entwickeln kann. In München erhielt ſie Kenntniß von Amalia's Criminalgeſchichte und von dem Ur⸗ theil, welches ſie ſelbſt zu einem unehlichen Kinde ſtempelte. Obgleich ſie durch Graf Falkenhjelm's Briefe wußte, daß dieß eine niedrige Erfindung ſei, ſo bekam doch ihr Haß dadurch eine größere Entwick⸗ lung; derſelbe richtete ſich gegen den Grafen, als die eigentliche Urſache dieſes Urtheils,— gegen Thora, als ſeine Tochter und gegen mich und Laura, als Verwandte von Leona. Sie wollte ſich an mir und
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