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Auf dieſe Weiſe kam ſie in meine Familie. Durch das Geſchenk der Garniture hatten Sie eine entſetzliche Feindin gegen ſich ſelbſt und uns gewaffnet.
Bevor ich weiter gehe, werde ich mit einigen „Worten Cordula's Motive beleuchten. Mit der Er⸗
innerung an ihre freudeleere Kindheit erwachte in ihrem Herzen ein verzehrender Neid gegen alle, welche glücklicher waren, als ſie. Das Ungluck, welches ſonſt jedes zärtliche Kind ſeiner Mutter näher bringt, rief bei Cordula nur Kälte und Bitterkeit hervor. Ihr egoiſtiſches Herz ſah in der Mutter nur die Urhebe⸗ rin ihres freudeloſen Lebens. Am Tage nach dem Begräbniß derſelben ſuchte ſie Morgens die Ver⸗ ſchlüſſe der Todten durch und ſtieß dann auf Ama⸗ lien's Trauſchein und verſchiedene Briefe von Graf Falkenhjelm, welche an Amalia nach ihrer Flucht von München geſchrieben waren, während ſie ſich in Yſtadt aufgehalten hatte. Aus ihrem Inhalt ent⸗ nahm ſie genug, um einzuſchen, daß die Mutter unſchuldig des Mordes angeklagt geweſen ſei. In dieſen Briefen kam auch der Name Behrend vor.
Cordula zerſtörte ſie, ohne Jemanden von ihrem Inhalte etwas wiſſen zu laſſen. Nach dieſen Ent⸗ deckungen wurde ſie noch kälter und bitterer. Der Gedanke, daß das Urtheil, welches über ihre Mutter gefällt war, ihr Name und Vermögen geraubt, legte den Grund in ihrer Seele zu einem unauslöſchlichen Haß gegen diejenige Familie, welche die Urſache bavon war.
Sie wurde von Kapitän Ahlrot wie ſein eigenes Kind behandelt; aber dieß befriedigte nicht ihren Hoch⸗ muth. Sie beneidete alle, vor allem aber die ſchöne, reiche


