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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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Zeile zu ihrem Troſte zu erhalten. Oft kam ſie und warf ſich zu meinen Füßen, indem ſie mich wei⸗ nend anflehte, ihr den Verlorenen wieder zuzuführen, oder ſie zu begleiten, damit ſie ihn ſelbſt aufſuche. Ach, meine Gnädige Frau, ich war hart gegen das arme Kind; aber ſie hatte ja auch meine Gefühle tief verletzt, indem ſie durch ihre Schande mich zu einer Einwilligung gezwungen, welche ich verabſcheute. Hätte Laura nicht ihr kleines nur einige Monate al⸗ tes Kind gehabt, ſo wäre ſie ſicherlich allein abgereist, um denjenigen wieder zu finden, der ſie jetzt gänzlich vergeſſen hatte. Endlich reiste ich ſelbſt nach Schweden, weil ich von Gotthard wußte, daß Arxel nichts weiter that, als ſich ſeiner zügelloſen Liebe hinzugeben. Ich kam nach Stockholm und bewog Axel, mir die Sache zu überlaſſen. Da er aber fortfuhr, ſich hier aufzuhalten und Laura in ihren Briefen mich auf die allerrührendſte Weiſe daran mahnte, ihn zu ihr zurückzuführen, ſo erwirkte ich im Herbſte einen Befehl von der Regierung, welcher ihn innerhalb einer beſtimmten Zeit nach München zu⸗ rückrief. Dieſer Befehl ſchien mir um ſo nothwen⸗ diger, als Axel ſich alle Mühe gab, es zu verbergen, daß er verheirathet ſei; welches bewies, daß er nicht ehrlich gegen die Familie handelte, in deren Schooß er ſich aufhielt..

Als Axel mir den Auftrag betreffs Amalia überließ, folgten einige Aktenſtücke und Aufzeichnungen mit, welche jene während ihrer Gefangenſchaft gemacht und die durch die Fürſorge Caſpers in die Hände meiner Schweſter gerathen. Daraus entnahm ich