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ziehen wollte; aber mit edler Feſtigkeit ſchlug ſie mein Anerbieten aus und ſagte:
„Nein, Triſtan, dieſes Kind, deſſen Geburt man durch eine doppelte Schande hat brandmarken wollen, werde ich nie, ſo lange mein Herz ſchlägt, von mir laſſen. Der Verluſt deſſelben würde mir die Kraft rauben, mein unglückliches Schickſal zu ertragen; aber wenn ich zum Tode verurtheilt werde, werde dann ein Vater für mein armes, verlaſſenes Kind.
Ich ging von Amalia fort, das Herz von den peinigendſten Qualen erfüllt, und lenkte meine Schritte zu meiner Schweſter. Leona hatte am Tage vorher eine Tochter bekommen. Da ſie noch ſehr ſchwach war, beſuchte ich nur ihre Kinder, deren Zimmer ſich im untern Stockwerk befanden. In traurigen Ge⸗ danken verſunken ſetzte ich mich an der Wiege des kleinen Neugeborenen, als Arxel, Leonas Sohn zu mir hinkam, und mit der Naivität eines 7jährigen Verſtandes ſagte:
„Weißt Du was, Onkel? jetzt bekomm ich all' Onkel Heyſes Geld.“
Es ſchauderte mich unwillkürlich bei dieſen Wor⸗ ten; ich hob aber den Jungen auf meine Kniee und fragte:
„Wer hat Dir das geſagt?“
„Mama,“ antwortete der Junge.„Sie ſagte
neulich, als ſie mich küßte: jetzt wirſt Du ſehr reich,
mein Junge.“
Ich fragte, was das ſei. Dann ſagte Mama, daß ich alles, alles Geld des Onkels bekommen würde. „Denke Dir den Spaß, wenn ich den Fußboden ganz


