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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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Verſicherung gegen ihren Mann von ihrer Unſchuld. Meine Schweſter und mein Schwager verfolgten den Prozeß mit fanatiſchem Eifer, das noch ungeborne Kind wurde von ihnen als eine Frucht ihrer Untreue erklärt, welches auch der Verſtorbene nie als das ſei⸗ nige habe anerkennen wollen. Man häufte einen Scandal auf den andern, um es wahrſcheinlich zu machen und den Beweis zu liefern, daß Amalia, aus Furcht vor ihrem und des Kindes künftigem Schick⸗ ſal, ſich den Mann vom Halſe geſchafft. Auch Kaſ⸗ par bezeugte, daß Heyſe Amalia und ihren Liebha⸗ ber überraſcht hätte. Es würde für mich unmöglich ſein, all' die Niederträchtigkeit wieder zu erzählen, welche bei dieſer Gelegenheit angewendet wurde. Dieſe eifrige Verfolgung erregte bei mir Zweifel daran, daß Amalia wirklich ſchuldig ſei, und ich beſuchte ſie dar⸗ um kurz vor ihrer Niederkunft im Gefängniß. Die Unterhaltung, welche ich mit ihr hatte, überzeugte mich vollkommen, daß ſie unſchuldig ſei, aber leider gab es nichts, womit man das juridiſch beweiſen konnte. Sie gab zu, das keine andere als ſie ſelbſt die Flaſche in der Hand gehabt, durch deren Inhalt ihr Mann den Tod erlitten, ſowie auch, daß dieſelbe ſich ſpäter in ihrer Chiffonisre verſteckt vorgefunden habe; obgleich ſie ſich es nicht erklären konnte, auf welche Weiſe ſie dorthin gekommen ſei.— Sie von dem Geſetze freigeſprochen zu bekommen, war und blieb eine Unmöglichkeit; das ſah ich ein. Ich machte deßhalb nur den Vorſchlag, daß ich ihr Kind, wenn es zur Welt käme, zu mir nehmen und er⸗