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ſich, ging hin zu Heyſe, ergriff ſeine Hände und führte ſie mit den Worten an ihre Lippen:
„O! glaube mir, wenn ich Dich bei Gott ver⸗ ſichere, daß ich gänzlich unſchuldig bin.“
Gerade als ſie dieſe Worte ausſprach, kam der Bediente wieder zurück und hörte dieſelben. Amalia beeilte ſich, die Tropfen abzuzählen, gab aber nicht darauf Acht, daß die Flaſche vertauſcht worden war.
Lährend ſie damit beſchäftigt war, trat Heyſe's Pri⸗ vatſekretär Kaſpar Stolz ein; er ſowohl wie der Bediente und Leona ſahen ſie ihrem Manne von den Tropfen geben. Zwei Stunden darauf war Heyſe todt. Er ſtarb an Gift. Am Tage darauf war Amalia als ſeine Mörderin angeklagt. Man obdu⸗ cirte die Leiche und fand den Verdacht beſtätigt. Man ſtellte eine Nachſuchung im Hauſe an und fand dabei in Amalia's Chiffonière eine Flaſche, welche ein raſch⸗ tödtendes Gift enthielt. Das unglückliche Weib wurde verhaftet.
Der General ſchwieg, Heinrich war vor Ent⸗
ſetzen ſtumm, und Thora weinte.
„Ich habe niemals,“ fuhr er fort,„jenen Augen⸗ blick vergeſſen können, wo ſie als Gefangene aus ihrem Hauſe gebracht wurde. Verzweifelt rief ſie mir zu: Triſtan! verlaſſe mich nicht, ich bin gänzlich unſchuldig! Ach, gnädige Frau! Ich ſelbſt war faſt wahnſinnig vor Schmerz, und doch glaubte ich, daß ſie die Urſache von Heyſe's Tod ſei. In's Gefängniß eingeſchloſſen, wartete ſie den Ausgang der Gerichts⸗ verhandlungen und ihre Niederkunft ab. Man machte alles zur Anklage gegen Amalia, ja ſogar ihre letzte


