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Die Leidenschaften : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventkow
Entstehung
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Verſicherungen von ihrer Unſchuld dienten jetzt zu nichts; er glaubte beſtimmt, daß ſie ſchuldig ſei, daß ſie von dem Aufenthalt des Grafen in München ge⸗ wußt und ſchon früher mit ihm zuſammengetroffen ſei. Der Graf reiste und Amalie blieb zuruͤck, um Buße zu thun für die Gefühle ihres Herzens.

Einige Zeit darauf entdeckte die Unglückliche,

daß ſie Mutter werden würde. Obgleich vollkommen ſchuldlos, wurde ſie doch von ihrem Manne auf eineent⸗ ſetzliche Weiſe vertannt. Er wollte das Kind, welches ſie gebären ſollte, nicht für das ſeinige anerkennen. Leona heuchelte mit der beiſpielloſeſten Falſch⸗ heit die wärmſte Theilnahme für Amalia, und die größte Anhänglichkeit für ihren Schwager; ſie wurde deßhalb von Beiden als eine Freundin empfangen, in deren Schoß ſie ihre Sorgen niederlegten. Abſicht⸗ lich und ohne daß Heyſe es merkte, vertheidigte ſie Amalia auf eine ſolche Weiſe, daß ſein Verdacht ſich in eine beſtimmte Ueberzeugung von der Strafbarkeit ſeiner Frau verwandelte. Inzwiſchen ermunterte und tröſtete ſie Amalia. Eines Tages nach einem bitte⸗ ren Auftritt der beiden Gatten kam meine Schweſter bei ihnen an. Heyſe ließ Leona mit Amalia allein. Etwas ſpäter meldete ihnen ein Bedienter, daß der Regierungsrath einen ſchweren Anfall von ſ Krampfhuſten bekommen hätte. Sie eilten beide zu ihm hinein. Mit Mühe konnte er von ſeiner Frau die Tropfen verlangen, welche er bei dergleichen Ge⸗ legenheiten zu nehmen pflegte. Sie holte ſie vorher,

und befahl dem Bedienten, nach einem Löffel zu gehen.

Während Amalia wartete, ſetzte ſie die Flaſche von

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