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pfindlichem und mißtrauiſchem Gemüth, aber won einem treuen und edlen Charakter, liebte ſeine junge, ſchöne Frau mit der glühenden Leidenſchaft eines Junglings, und Amalia ſchien, während der zwei erſten Jahre ihrer Ehe, Troſt und Erſatz für ihre Leiden gefunden zu haben. Doch entfiel ihr nie ein Wort von dem Namen, oder der geſellſchaftlichen Stellung ihrer Verwandten, ausgenommen gegen ihren Mann, dem ſie treulich eine vollſtändige Schilderung ihres vergangenen Lebens gegeben hatte. Sie war und blieb für alle, ausgenommen für ihn, Amalia Ahl. Ich führe dieſes an, um die Schwierigkeiten zu erklären, mit welchen ich bei den Nachforſchungen zu kämpfen hatte, die ich ſpäter anzuſtellen genöthigt war. Nach zweijähriger Ehe gebar Amalia einen Sohn, er ſtarb aber kurz nach der Geburt. Der Kummer über dieſen unvermutheten Verluſt griff ihre Geſundheit an. Die Aerzte riethen Heyſe, daß ſie ſich einer Gräfenberger Kur unterwerfen laſſen ſollte, und ſie reisten beide dorthin, von meiner Schweſter Leona begleitet. Ein unglücklicher Zufall wollte, daß Amalia dort mit dem Grafen Falkenhjelm zuſammen⸗ traf, welcher mit ſeiner jungen Frau ebenfalls die Bäder benutzte. Die faſt erloſchene Flamme loderte wieder bei beiden auf, und es kam zu einer Erklä⸗ rung, welche nur Oel in's Feuer goß. Obgleich da⸗ bei Keiner von ihnen ſich eines andern Fehlers ſchuldig machte, als desjenigen der Untreue des Her⸗ zens, ſo wurde doch Heyſe's Eiferſucht rege gemacht, und er reiste plötzlich mit Amalia nach München ab. Die Harmonie zwiſchen dem Gatten war jetzt geſtört.


